Recruiting Kanäle: Diese 8 sollten Sie nutzen

Recruiting Kanäle: Diese 8 sollten Sie nutzen

Lesezeit: 6 Minuten

Der Arbeitsmarkt wandelt sich. Eine Stelle ausschreiben, die Anzeige veröffentlichen und auf die Bewerbungen warten: diese Methode führt nicht mehr zwangsläuftig zu guten Bewerbern. Heute suchen potenzielle Bewerber auf unterschiedlichen Wegen und vor allem auf digitalen Kanälen nach neuen Jobs, weshalb es Zeit wird, auch die eigenen Recruiting-Strategie und ihre Kanäle zu hinterfragen.

Ein Recruiting-Kanal ist ein online oder offline Kanal, auf dem potentielle Mitarbeiter für ein Unternehmen identifiziert und angesprochen werden können.

Es handelt es sich hierbei um Variationen von Kommunikationskanälen aus dem klassischen Marketing, die anstelle von Kunden ausschließlich potentielle neue Mitarbeiter ansprechen soll. Zu den Recruiting-Kanälen zählen beispielsweise Anzeigen in Online-Stellenportale oder auf der firmeneigenen Karrierewebsite

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In folgender Grafik aus ist zu erkennen, welche Kanäle für deutsche Unternehmen besonders wichtig sind:

Infografik: Wo Unternehmen neue Mitarbeiter finden | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Wie in der Infografik aus 2017 zu sehen ist, können Mitarbeiterempfehlungsprogramme, die Ausschreibung auf Social Media und in Karrierenetzwerken durchaus funktionieren. Die Platzhirsche sind dennoch die Stellenbörsen sowie die egeiene Unternehmens-Webseite. Jedoch bietet der Anteil von Neueinstellungen über Social Media und Karrierenetzwerken offensichtlich noch viel Potential.

Wichtig bei der Wahl des Recruiting-Kanals sind eine zielgruppengerechte Selektion und Abstimmung der Kanäle. So sollten im Vorfeld die Kanäle identifiziert werden, die im Bezug auf die Zielsetzung und Zielgruppe den maximalen Erfolg versprechen.

Eine weitere ähnliche Statistik aus 2019 greift auf eine Studie von Hays zurück, bei der speziell Führungskräfte gefragt worden sind, über welche Kanäle sie Mitarbeiter rekrutieren. Auffällig dabei ist, dass Social-Media-Plattformen an Kanal an Bedeutung gewinnt

Infografik: Wie Unternehmen nach Bewerbern suchen | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

8 Recruiting-Kanäle im Überblick:

Für Unternehmen in der IT gilt, dass die Kommunikation möglichst einfach und online möglich sein sollte. Wenn die Ansprache nicht über das Internet stattfindet, sollte sie so zielgerichtet und spezialisiert wie möglich sein.

Im Folgenden werden die wichtigsten Recruiting-Kanäle für IT-Arbeitgeber aufgeführt.

Stellenanzeigen über Jobportale

Beim verbreitetsten Kanal handelt es sich um Online-Stellenanzeigen in Jobportalen. Im Vorfeld sollte der Arbeitgeber prüfen welche Portale von der Zielgruppe genutzt werden und die Stelle auch auf spezialisierten Portalen wie Golem, Heise oder auch IT-Talents platzieren. Auch ein Generalist wie Stepstone sollte mit in die Strategie der Ausspielung hinzugezogen werden. Diese Art des Recruiting verspricht eine große Reichweite, allerdings ist Sie auch unpersönlich und bietet hohe Streuverluste. Wichtig ist, dass die Stellenausschreibung insgesamt ansprechend und attraktiv ist und der Bewerbungsvorgang klar beschrieben und einfach umzusetzen ist.

Von immer größerer Bedeutung ist das Thema Performance-Recruiting und Multiposting. Beim Multiposting nutzen Sie spezialisierte Dienstleister (wie z.B.: GoHiring, Vonq, Join, Heyrecruit, Jobspreader, Jobcluster, uvm.), um über deren Software Ihre Stellenanzeige mit einem Klick auf mehreren Stellenbörsen schalten zu können. Dies erspart Ihnen viel Arbeit und bringt den Vorteil mit sich, dass Sie auch die Performance der einzelnen Kanäle dezidiert angezeigt bekommen. So erkennen Sie, welcher Recruiting-Kanal sein Geld wert ist. Wichtige Kennzahlen können die Aufrufe, die Anzahl der Clicks, die Anzahl an Bewerbungen und sogar Hirings sein.

Karriere-Webseite des Unternehmens

Die Karriere-Webseite des Unternehmens kann noch effektiver als Onlinestellenanzeigen sein, allerdings gilt das oftmals eher für Arbeitgeber, die mehr als 5.000 Mitarbeiter beschäftigen. Eine gute, strukturierte Karriereseite, die neben den aktuellen Stellenangeboten auch interessante Informationen über das Bewerbungsverfahren und Einblicke in das Unternehmen bietet, kann viele Bewerbungen zur Folge haben. Wichtig ist, dass die Onlinebewerbung sehr einfach und unkompliziert möglich ist und die Ansicht und Benutzung auch für Mobilanwendungen optimiert ist. Eine Karriereseite im Unternehmen entfaltet ihre Effektivität allerdings zumeist erst in Kombination mit anderen Kanälen.

Mitarbeiterempfehlungsprogramm / Employee Advocacy

Besonders gut lassen sich neue Mitarbeiter, die der Unternehmenskultur entsprechen, über Employee Advocacy finden. Denn heute nutzen viele IT-Firmen noch immer traditionelle Mitarbeiternetzwerke. Folglich werden in einem gut funktionierenden Mitarbeiterempfehlungsprogramm vakante Stellen kommuniziert, zum Teil mit der Bitte um das Teilen im Freundes- und Bekanntenkreis. Der Vorteil für den Bewerber ist, dass er das Unternehmen schon aus Erzählungen kennt und einen direkten Kontakt hat, der Vorteil für den Arbeitgeber ist eine gewisse Vorauswahl der Kandidaten, durch die Mitarbeiter selbst. Bei erfolgreicher Einstellung eines vorgeschlagenen Bewerbers erhält der Empfehlende eine Prämie.

 

Spezialisierte Recruiting-Plattformen

Eine von vielen Recruitern oft übersehene Variante ist das Recruiting über spezialisierte Plattformen wie unsere, IT-Talents.de.

Weitere Vorteile:

  • Es ist oft möglich, langfristiges Employer-Branding zu betreiben, also mögliche Mitarbeiter und Nachwuchstalente bereits vor dem Eintritt ins Arbeitsleben mit dem eigenen Unternehmen zu konfrontieren und positiv im Gedächtnis zu bleiben.
  • Nach einer Vernetzung liegen Ihnen detaillierte Informationen über die Fähigkeiten (Programmierkenntnisse), dem aktuellen Status und den Berufswünschen der möglichen Bewerber vor. Dadurch  können Sie gezielt und effektiv in die Ansprache gehen.
  • Ebenfalls sind die auf diesen Plattformen registrierten Personen entweder auf Jobsuche oder befinden sich noch vor Ihrem Berufseintritt und sind offen für Einblicke in mögliche Arbeitsfelder.
Weitere Anbieter:
 
  • Honeypot (Provisionsansatz)
  • 4Scotty (Provisionsansatz)
  • Freelance.de (Für Freelancer)
  • GULP
  • uvm.

Recruiting über Karriere- und Businessnetzwerke

Eine hohe Chance einen qualifizierten Mitarbeiter zu finden, bieten die bekannten Karrierenetzwerke Xing oder LinkedIn. Besonders beliebt sind sie bei passiv Suchenden, die sich über die Entwicklung bei bestimmten Unternehmen oder einem konkreten Markt auf dem Laufenden halten. Durch Netzwerkkontakte können Stellenanzeigen schneller in das Blickfeld geraten und zu einer spontanen Bewerbung motivieren. Auch die direkte über Active Sourcing durch Recruiter kann das Interesse wecken. Der Nachteil ist, dass viele Personen, die auf Karrierenetzwerken unterwegs sind, nicht auf der Suche nach neuen Arbeitgebern sind. Zudem werden solch Netzwerke auch immer häufiger von IT’lern gemieden, da diese über die häufigen (oft unprofessionellen und ungenauen) Direktansprachen genervt sind.

Soziale Medien

Soziale Medien werden auch als Recruiting-Medium immer beliebter. So ist es möglich, dass freie Stellen auf der Seite des Unternehmens gepostet werden, wodurch direkt alle Follower informiert werden. Wenn die Stellenanzeige von Mitarbeiter geteilt wird, entsteht ein Multiplikatoreffekt, welcher die Reichweite erhöhen kann.

Außerdem können durch den Einsatz personalisierter Job-Ads die Stellenangebote direkt der Zielgruppe angezeigt werden. Deshalb eignet sich Kanäle wie:

  • Instagram
  • Tiktok
  • Youtube für Video-Ads

vor allem, wenn eine junge und Social-Media affine Zielgruppe erreicht werden soll. Facebook hingegen alter kontinuierlich, sodass man hier eher eine erwachsene Community ab 30 erreicht. Link zu Statista. Als Geheimtipp hat sich Reddit herausgestellt. Hier lassen sich gerade bei der Zielgruppe „IT“ sehr Ergebnisse durch Ads erreichen.

Recruiting-Messen

Oft werden von Schülern, Studierenden und Hochschulabsolventen Recruiting-Events genutzt, um sich über Einstiegsmöglichkeiten zu informieren. Hierbei gibt es regionale und überregionale Veranstaltungen, die sich an die unterschiedlichen Berufsgruppen richten. Unternehmen können Kontakte, die sie dort knüpfen, nutzen, um einen eigenen Talentpool aufzubauen. 

Wichtig ist es, den Kontakt digital (hier gibt es eine Vielzahl an Apps) zu erfassen und die Personen im Nachgang erneut anzusprechen, weil die Maßnahme sonst schnell verpuffen kann. Aufgrund der erfassten Daten, haben Sie dann die Möglichkeit, die Candidate Journey exakt zu verfolgen und die Maßnahme zu messen. Oftmals bietet jedoch auch der Veranstalter Tools zur Datenerhebung (wie z.B. Scanner) für Sie an. 

Achten Sie aber darauf, dass die Daten von Ihnen (bzw. für Sie) DSGVO-konform erhoben werden.

Eigene (Recruiting-)Events

Zum Schluss sei noch die Möglichkeit eigener (Recruiting-)Events erwähnt. Zum Beispiel in Form von Hackathons oder speziellen Karriereformaten. Diese bieten für das Unternehmen eine Reihe von Vorteilen: Bewerber sind bereits interessiert an dem Unternehmen, können sich detaillierte Einblicke verschaffen und das Unternehmen kann sich selbstständig und authentisch präsentieren sowie auf seine Alleinstellungsmerkmale aufmerksam machen. Auch der persönliche Kontakt zwischen IT-Arbeitgeber und Talenten ist hier hervorzuheben. Der einzige Haken: Die Teilnehmer für solche Events müssen durch andere Kanäle erst einmal auf das Event aufmerksam gemacht und für eine Teilnahme begeistert werden.

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Zwei erfolgreiche Beispiele

Fazit

Eine geschickt Kombination der vorgestellten Recruiting-Kanäle haben, aufgrund der breiten Streuung und der großen Reichweite, das Potenzial, schnell einen geeigneten und qualifizierten Kandidaten zu finden. Denn IT-Recruting hat sich in der Zeit des Fachkräftemangels fast zu einer eigenen Marketing-Kategorie gemausert.

Wichtig ist, dass ein Unternehmen bei der Entscheidung für die Kanäle ihre Zielgruppe im Blick behalten und ihre Online-Präsenz aktuell und gepflegt halten. Die Bewerbungsverfahren müssen einfach und unkompliziert sein, das gilt für Stellenportale ebenso wie für die Karriereseite und die sozialen Netzwerke.

Entscheidend für den Erfolg ist eine sinnvolle, unternehmens- und jobspezifische Auswahl sowie Kombination der gewählten Kanäle, die das Unternehmen richtig repräsentieren und den geeigneten Bewerberkreis ansprechen.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 16.11.2022 aktualisiert und inhaltlich ergänzt.

Hallo! Ich habe ein Wirtschaftsstudium an der Uni Bielefeld abgeschlossen und arbeite seit 2018 bei IT-Talents. Gemeinsam mit dem IT-Talents-Team konnte ich schon Stipendien, Programmierwettbewerbe und andere Aktionen in der IT-Branche durchführen und mein Fachwissen über Personalmarketing in der IT-Branche stetig ausbauen. Baujahr 1991, sportverrückt. Auch zu finden bei LinkedIn und Xing.
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