Employer Branding

Employer Branding: Definition, Ziele, Methoden, Beispiele

Lesezeit: 7 Minuten

Oft wird angenommen, dass die Außenwirkung eines Unternehmen gegenüber Kunden und Arbeitnehmern ähnlich, wenn nicht gar deckungsgleich ist. Dies ist allerdings ein Irrtum. In den letzten Jahren verbessern viele Unternehmen ihr Image bei den Arbeitnehmern durch gezieltes Employer Branding.

Definition Employer Branding

Beim Employer Branding (zu Deutsch: Arbeitgebermarkenbildung) handelt es sich um den Prozess der Bildung einer Arbeitgebermarke (Employer Brand), mit dem Unternehmen ihr Profil als Arbeitgeber schärfen. Dabei werden z.T. Maßnahmen aus dem klassischen Marketing eingesetzt und um speziellen Maßnahmen erweitert, um das Image des Unternehmens als Arbeitgeber zu beeinflussen.

Employer Branding Merkzettel

Es lässt sich zwischen internem und externem Employer Branding unterscheiden.

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Geschichte

Eingeführt wurde der Begriff Employer Branding 1996, von Tim Ambler und Simon Barrow. Das Hauptproblem, welches Employer Branding bekämpft, ist der Kontrollverlust über das eigene Image beim Arbeitnehmer. Mit der Verbreitung des Internets ist es zunehmend leichter geworden, anonym und ohne ernsthafte Konsequenzen befürchten zu müssen, die eigene, unter Umständen oft falsche Meinung, kund zu tun.

Employer Branding in der digitalisierten Welt

Das Internet und neue Medien bieten zahlreiche Möglichkeiten, das Image des eigenen Unternehmens bei potentiellen Arbeitnehmern gezielt zu verbessern. Neben etablierten Plattformen wie Kununu und Xing bieten sich gerade im IT-Bereich spezielle Employer-Branding-Plattformen wie beispielsweise IT-Talents an. Mit einem Unternehmensprofil kann sich Ihr Unternehmen der Zielgruppe motivierter IT-Talente bestmöglich präsentieren.

Es geht allerdings nicht darum, den Arbeitnehmern ein unrealistisches Bild zu vermitteln. Es geht im wesentliche darum, die Alleinstellungsmerkmale und einzigartige Kultur eines Unternehmens zu vermitteln.

Teil des Employer Branding ist dabei auch das Umsetzen der als positiv beworbener Aspekte. Die angeworbenen Mitarbeiter sind so glücklich und durch Mund zu Mund Propaganda wird so zusätzlich ein positives Image geschaffen.

Wenn Sie kompetente Mitarbeiter für Ihr Unternehmen suchen, hilft es natürlich, ein positives Image als Arbeitgeber zu haben. Viele Arbeitnehmer sind sogar bereit auf ein höheres Gehalt zu verzichten, wenn sie sich im Unternehmen wohl fühlen.

Ziele

  1. Stärkung der Arbeitgebermarke
  2. Gewinnung von Mitarbeitern / Recruiting
  3. Bindung von aktuellen Mitarbeitern / Branding

1. Stärkung der Arbeitgebermarke

Das wesentliche Ziel von Employer Branding ist es, das Profil des Unternehmens als Arbeitgeber zu schärfen und vorteilhaft dar zu stellen. Meister des Employer Brandings sind z.B. Google oder Apple. Google Deutschland bieten Ihren Mitarbeitern in eine vollständige Lebenswelt und attraktive Büroräume, die zum Nachdenken anregen und das Wohlbefinden fördern. Es gibt eine riesige Vielzahl an Entwicklungsmöglichkeiten und Möglichkeiten zu Selbstverwirklichung in diesen Unternehmen. Natürlich haben die wenigsten Unternehmen die finanziellen Möglichkeiten von Google, aber Ansätze davon lassen sich mit jeden Budget realisieren.

2. Bindung von Mitarbeitern

Um aktuelle Mitarbeiter zu halten, gilt es, ihnen die Arbeit so angenehm wie möglich zu gestalten. Eine repräsentative Umfrage der Stack-Overflow Entwickler Studie hat ergeben, dass 73% aller Mitarbeiter zufrieden sind. Das klingt zunächst gut, doch zwölf Prozent geben an, aktiv auf Arbeitssuche zu sein und ganze 61% der Befragten sind offen für neue berufliche Herausforderungen.

Über die Hälfte aller IT Fachkräfte wäre also dazu bereit, bei einem lukrativen Angebot weiterzuziehen. Eine erschreckende Vorstellung, die Employer Branding Maßnahmen vorbeugen.

3. Gewinnung von Mitarbeitern

Um neue Fachkräfte einzustellen, ist es notwendig, dass das eigene Unternehmen dem Mitarbeiter einen Mehrwert biete, sei es durch ein hohes Gehalt oder eine positive Atmosphäre. So wäre es beispielsweise möglich, Förderangebote für Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen, so dass sie sich beruflich weiterentwickeln und verwirklichen können. Das Anbieten entsprechender Kurse neben der Arbeit wäre dann ein sehr gutes Angebot. Diese Angebote sollten über verschiedene Kanäle kommuniziert werden, z.B. über Social-Media.

Zudem ist es wichtig, sich frühzeitig mit dem Nachwuchs zu vernetzen und interessante Kandidaten direkt an das eigene Unternehmen zu binden. Ein regelmäßiger Austausch und Kontakt noch während des Studiums / der Ausbildung ist hier unabdingbar. Schauen Sie sich hierzu am besten das Konzept der Talentpools an.

Die Vereinbarkeit von Privatleben und Job hat oftmals einen hohen Stellenwert. So ist es sinnvoll, Maßnahmen zur „Work-Life-Balance“ wie Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten gezielt zu bewerben.

8 Tipps für Ihr Employer Branding

1. Employee Advocacy fördern

Employer Branding beginnt immer bei Ihren derzeitigen Mitarbeitern. Nach der Strategie des Employee Advocacy sind diese im Idealfall Ihre besten Botschafter. Ihnen das richtige Umfeld für beruflichen Erfolg zu bieten, ist für den Aufbau einer starken Arbeitgebermarke von entscheidender Bedeutung. Teilen Sie die Ansichten und Meinungen aktueller Mitarbeiter zu Ihrem Unternehmen mithilfe von Videos oder Zitaten und posten Sie sie auf Ihrer Website und in sozialen Medien. Diese authentischen Meinungen zeigen zukünftigen Kandidaten, dass Ihr Unternehmen der richtige Ort ist, um Karriere zu machen, und motiviert sie, sich auf mögliche offene Stellen zu bewerben. Employee Advocacy ergänzt die Active Sourcing Methoden von Unternehmen durch positive Unternehmenswahrnehmung in der Öffentlichkeit.

2. Karrierechancen aufzeigen

Die Talente von heute erwarten die Möglichkeit, sich beruflich weiterzuentwickeln, neue Fähigkeiten zu erlernen und bestehende Fähigkeiten zu verfeinern. Unternehmen sollten darauf vorbereitet sein, diese Erwartungen zu erfüllen. Um den Appetit auf Karriere und Lernen zu stillen, sollten Unternehmen die sich ständig weiterentwickelnde Weiterbildungs-Landschaft nutzen, da sie den Mitarbeitern die Möglichkeit bietet, in ihrer eigenen Zeit zu lernen und zu wachsen. Initiativen, die übertragbare Qualifikationen und damit Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung bieten, wie z. Bsp. eine professionelle Zertifizierung, erhöhen die Attraktivität eines Arbeitgebers.

3. Eine positive Candidate Experience schaffen

Eine gute Erfahrung von Bewerbern mit Ihrem Unternehmen, eine positive Candidate Experience, führt zu Empfehlungen und stärkt die Arbeitgebermarke. Denn selbst wenn sie keine Mitarbeiter sind oder werden sollten, können sie sich dennoch eine Meinung über Ihre Organisation bilden und diese mit Freunden und Kollegen teilen. 
Sie sollten sich folgende Fragen stellen: Ist der Bewerbungsprozess unkompliziert, im Idealfalls sogar spannend, unterhaltsam? Erhalten Bewerber zeitnahe Rückmeldung und nützliches Feedback? Wie innovativ und professionell sind alle Ebenen des Bewerbungsprozesses gestaltet? Nutzen wir zeitgemäße Active Sourcing Methoden?

4. Eine offene Feedbackkultur leben!

Sie können nicht steuern, was die Leute online über Ihr Unternehmen sagen, aber Sie können steuern, wie Sie auf Kritik reagieren. Nutzen Sie das Feedback, das Sie intern sowie extern erhalten, um Ihre Arbeitgebermarke zu stärken. Dabei kann sogar harsche Kritik hilfreich sein. Wenn zum Beispiel frühere Kandidaten negative Erfahrungen über den Social-Recruiting-Prozess teilen, sollten Sie Ihre Personaler in Active Sourcing Methoden schulen. 

Auch wenn sie hart und/oder unhöflich sind, legen Sie Wert darauf, auf negative Bewertungen und Kommentare mit Respekt und Einfühlungsvermögen zu antworten.
Natürlich sollte die Feedbackkultur auch unternehmensintern gefördert werden. Nur wenn Schwächen offen und angstfrei angesprochen werden, können Sie erkannt und ausgemerzt werden.

5. Gemeinnützigkeit leben und kommunizieren

Soziale Projekte, die sich gut mit Ihrer Arbeitgebermarke in Verbindung bringen lassen, sind hervorragende Mittel für erfolgreiches Employer Branding. Finden Sie solche Projekte und engagieren Sie sich durch Spenden oder Volunteering-Maßnahmen.

Ist ihnen der lokale Bezug wichtig, wählen Sie ein Projekt innerhalb Ihrer Stadt oder Kommune. Sehen Sie sich als Vorreiter für nachhaltiges Wirtschaften, beteiligen Sie sich an Projekten mit Bezug zur nachhaltigen Nutzung von Ressourcen oder zum Umweltschutz. Auf diese Weise erzeugen Unternehmen ein Wir-Gefühl, festigen den Teamgeist und machen sich für aktuelle und zukünftige Kandidaten greifbar, fast menschlich. Die gelebte Gemeinnützigkeit ergänzt das Employer Branding des Unternehmens durch positive öffentliche Wahrnehmung.

6. Ihren Mitarbeiter Vorteile bieten

Mitarbeiterbenefits tragen dazu bei, Mitarbeiter anzuziehen, zu motivieren und zu binden. Dabei müssen sie nicht so teuer oder extravagant sein wie etwa Googles unglaublicher Campus.

Fragen Sie sie einfach, was Ihre Mitarbeiter gerne hätten. Welche Benefits bieten Ihre Konkurrenten? 

Ideen könnten Gesundheitsmanagement, tägliches Frühstücksangebot, flexible Arbeitszeiten oder ein Sportangebot sein. Kommunizieren Sie diese Benefits in Ihre Stellenanzeigen. Die Kommunikation dieser Benefits sollte in auch in alle Active Sourcing Methoden eingeflochten werden.

7. Vereinbarkeit von Beruf und Familie bieten

Dieser Punkt ist für viele Talente ein bedeutendes Argument, einem Unternehmen beizutreten bzw. die Treue zu halten und sollte ebenfalls in alle Passive und Active Sourcing Methoden eingebunden werden. Die Arbeitswelt von heute ist stressiger denn je. Da bietet gute Work-Life-Balance enormen Mehrwert. Diese interne Employer-Branding-Maßnahme kann beispielsweise Vertretungsoptionen bei Elternzeit und die problemlose Wiederaufnahme der Position nach Elternzeit beinhalten. Ein Betriebskindergarten ist vor allem für größere Unternehmen ebenfalls eine naheliegende Option.

Als Employer Branding bezeichnen Marketer eine Strategie, mit der Unternehmen versuchen, sich als attraktiven Arbeitgeber darzustellen. Das Unternehmen soll sich als Marke etablieren.

Dazu werden unterschiedliche Konzepte des Marketings angewandt. Dadurch versucht die Marketing-Abteilung eines Unternehmens gezielt, die Wahrnehmung der potenziellen Mitarbeiter auf das Unternehmen positiv zu beeinflussen. Arbeitgeber müssen sich im Arbeitsmarkt positionieren, um attraktiv von den richtigen Mitarbeitern wahrgenommen zu werden.

8. Employer Branding den Profis überlassen

Erfolgreiches Employer Branding großer Unternehmen kann nur selten erfolgreich allein von Personalabteilungen der Unternehmen implementiert werden, sondern setzt zunehmend praktische Erfahrung mit Active Sourcing Methoden und in den Bereichen Marketing und/oder Consulting voraus. Darüber hinaus müssen die für das Employer Branding zuständigen Personen oft auch Social Media Fachleute sein oder über Erfahrung im Event Management verfügen.

Beispiele für Employer-Branding-Kampagnen

Im folgenden sehen ein Beispiele für interessante Employer-Branding-Maßnahmen.

Beispiel 1: Employer-Branding-Video von Volvo

Das erste Beispiel für gelungenes Employer Branding ist ein Video von Volvo.

Es werden verschiedene Aspekte von Volvo auf emotionale Weise kommuniziert. Es werden moderne Arbeitsplätze und Fabriken des Automobilkonzerts gezeigt. Dabei wird eine positive Arbeitsatmosphäre und ein kollegiale, freundliche Zusammenarbeit angedeutet. Besonderen Schwerpunkt legt Volvo in diesem Video auf den internationalen Aspekt. So wird betont, dass Menschen aus allen Ländern gemeinsam an den Produkten arbeiten und somit eine besondere kulturelle Vielfalt dem Unternehmen wichtig ist.

Beispiel 2: Airbus Studienförderung

Airbus hat mit ihren Studienförderungsprogrammen sogar eine eigene Sparte, die sich vollständig der Förderung von Studenten und IT-Talenten verschreibt. Wir finden: So geht Talentförderung und Employer Branding Hand in Hand und extrem erfolgreich.

Alle Unternehmen, die sich nicht ein so großes eigenes Programm leisten wollen, können Sie auch gerne mit uns von IT-Talents zusammen ein Stipendium ausschreiben.

Beispiel 3: Gut strukturierte Karrierewebsite von Heineken Deutschland

Die Karrierewebsite von Heineken kann als vorbildlich angesehen werden. Nicht nur offene Stellen werden hier übersichtlich dargestellt, auch Mitarbeiter werden vorgestellt um so eine persönliche Note zu hinterlassen.

Hinzu kommen interessant gestaltete Werbevideos. So kann man’s machen!

Beispiel 4: „Like a Bosch“ Kampagne von Bosch

Bosch hat mit seiner Kampagne „Like a Bosch“ wirklich ein spannendes Projekt gestartet.

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Zusammen mit den Marketing-Experten von Jung von Matt hat Bosch hierfür ein extrem cooles Video erstellt. Eigentlich handelt es sich hierbei um keine klassische Employer-Branding-Kampagne sondern um den Versuch, die Internet-of-Things-Produkte von Bosch voranzutreiben.

Dennoch haben solche Kampagne auch nicht zu vernachlässigende Effekte auf das Employer-Branding. So können Klassisches Marketing und Employer Branding auch kombiniert werden.

Fazit

Wenn Sie also bestehende Mitarbeiter halten wollen und die besten Fachkräfte dazu gewinnen möchten, führt kein Weg an Employer Branding vorbei. Der kompetitive Arbeitsmarkt stellt Firmen heute vor große Herausforderungen, doch durch diese Maßnahmen können Sie diese bewältigen.

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