Stellenanzeigen schreiben: Aufbau, Gliederung und Wissenswertes in 2023

Lesezeit: 8 Minuten

Die Personalsuche kann eine sehr zeitaufwendige und manchmal frustrierende Aufgabe für das Recruiting sein. Damit Sie die Aufmerksamkeit der Jobsuchenden in 2023 gewinnen, ist es wichtiger denn je, eine präzise formulierte und ansprechende Stellenanzeige zu verfassen – nur so erhalten Sie Bewerbungen von qualifizierten KandidatInnen. In diesem Artikel geben wir Ihnen wertvolle Tipps für die Gestaltung einer erfolgreichen Stellenanzeige.

Der Aufbau nach AIDA

Eine erfolgreiche Stellenanzeige ist an die ausgeschriebene Position angepasst und hat daher immer eine individuelle Struktur. Ein bewährter Aufbau ist jedoch das AIDA-Prinzip, das von Elmo Lewis 1898 entwickelt wurde und auch von uns empfohlen wird. Dieses Konzept hilft dabei, potenzielle BewerberInnen zu einer Handlung zu bewegen, wie zum Beispiel sich auf eine Stellenanzeige Ihres Unternehmens zu bewerben.

Der Aufbau des AIDA-Prinzips sieht wie folgt aus:

  • Attention: Wecken Sie das Interesse der potenziellen BewerberInnen. Beispielsweise durch eine präzise Überschrift.
  • Interest: Nach der Überschrift folgt die Einleitung. Hier beschreiben Sie die Stelle. Es ist wichtig, konkret zu beschreiben, welche Position angeboten wird, in welchem Umfang und ob es sich um eine befristete oder unbefristete Stelle handelt.
  • Desire: Machen Sie die Stellenanzeige durch eine Unternehmensvorstellung, die Aufgaben sowie Anforderungen und die Vorteile so attraktiv wie möglich.
  • Action: Um die Bewerbung so einfach wie möglich zu gestalten, sollten am Ende der Stellenanzeige die Kontaktdaten der der verantwortlichen Person, eine E-Mail- sowie Postadresse. Vergessen Sie nicht anzugeben, welche Unterlagen Sie von den KandidatInnen verlangen.

Der Inhalt: Gliederung in 6 Abschnitte

Das Verfassen einer erfolgsversprechenden Stellenanzeige erfordert ein tiefes Verständnis der Zielgruppe. Es ist unerlässlich zu wissen, wer die Zielgruppe ist, wo sie sich aufhält und welche Erwartungen sie an einen Arbeitgeber hat, um eine überzeugende Anzeige zu schreiben. Ob Sie in der Stellenanzeige potenzielle BewerberInnen mit „Sie“ oder „du“ ansprechen sollten, hängt dabei von der Zielgruppe und Ihrer eigenen Unternehmenskultur ab. Wenn Ihr Unternehmen flache Hierarchien und eine „du-Kultur“ pflegt, empfiehlt es sich, bereits in der Stellenanzeige die vertrauliche Anrede zu verwenden und diese durch den gesamten Bewerbungsprozess beizubehalten. Eine erfolgversprechende Stellenanzeige sollte in 6 Abschnitte unterteilt sein:

  • Die Überschrift bzw. der Titel
  • Eine Kurzbeschreibung Ihres Unternehmens
  • Die Aufgabenbereiche und Tätigkeiten
  • Die gewünschte Anforderungen und Qualifikationen
  • Die Jobdetails und Vorteile
  • Aufforderung zum Handeln (CTA)

Die 6 Abschnitte einer Stellenanzeige erklärt

Die Überschrift bzw. der Titel

Ihre Stellenanzeige beginnt mit einem prägnanten und aussagekräftigen Stellentitel. Es ist wichtig, dass der Titel die Stelle klar benannt ist und einen Bezug zu den Aufgaben des Jobs herstellt. Ein humorvollen bzw. kreativen Ansatz gilt es zu vermeiden, weil er nicht gesucht und in Stellenbörsen von den potenziellen KandidatInnen nicht gefunden werden kann. Halten Sie sich gerne an folgende Punkte:

  • Seniorität (Junior, Senior, usw.)
  • Jobtitel wie z.B. „Junior DevOps Engineer“ oder „Senior Java Developer“
  • Ergänzungen zum Titel, die die Tätigkeit beschreiben. Beispiel: „Senior Full Stack Java Developer (w/m/d) Schwerpunkt Front-End“

Die Kurzbeschreibung Ihres Unternehmens

Eine wichtige Komponente einer erfolgsversprechenden Stellenanzeige ist die Kurzbeschreibung Ihres Unternehmens. Hierbei geht es darum, potenziellen Bewerbern einen Einblick in die Unternehmenskultur, Ihrer Vision und den Zielen Ihres Unternehmens zu geben.

Folgend ein Beispiel:

  • „Wir sind die Musterhaus Software GmbH aus Bonn und sind mit 120 Mitarbeitenden im Bereich der Java-Softwareentwicklung tätig. Für unsere Kunden arbeiten an anspruchsvollen Projekten und legen großen Wert auf die Förderung der persönlichen und fachlichen Entwicklung unserer Mitarbeitenden. Unsere offene und flache Unternehmenskultur ermöglicht es unseren Mitarbeitenden, ihr volles Potenzial auszuschöpfen und sich weiterzuentwickeln. Wir sind ständig auf der Suche nach engagierten und talentierten Mitarbeitenden, die uns dabei unterstützen, die Zukunft der Softwareentwicklung mitzugestalten.“

Aufgabenbereiche und Tätigkeiten

Ein weiterer Bestandteil sind die Aufgabenbereiche und Tätigkeiten, die der zukünftige Mitarbeiter bzw. die Mitarbeiterin übernehmen wird. Dieser Abschnitt gibt potenziellen BewerberInnen einen Einblick in die Verantwortungsbereiche und die Anforderungen der Stelle.

Ein Beispiel für diesen Abschnitt könnte folgendermaßen aussehen:

  • „Als SoftwareentwicklerIn bei Musterhaus Software werden Sie Teil unseres Entwicklungsteams und sind verantwortlich für die Umsetzung von Kundenprojekten. Ihre Aufgaben umfassen die Analyse von Anforderungen, die Konzeption und Entwicklung von Softwarelösungen, die Durchführung von Tests und die Betreuung von Projekten. Sie werden eng mit anderen Abteilungen zusammenarbeiten und stehen stets im Austausch mit unseren Kunden. Dabei arbeiten Sie an ständigen Verbesserung unserer Prozesse und Methoden.“

Achten Sie darauf, dass die Aufgabenbereiche und Tätigkeiten klar und präzise von Ihnen beschrieben werden. So stellen Sie sicher, dass potenzielle BewerberInne auf die Anforderungen der Tätigkeiten vorbereitet sind und genau wissen, was sie erwartet. Es kann hilfreich sein, Beispiele für typische Projekte oder Aufgaben zu geben, um ein besseres Verständnis dafür zu vermitteln, was die BewerberInnen in der Zukunft an Tätigkeiten durchführen werden.

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Die gewünschte Anforderungen und Qualifikationen

Geben Sie BewerberInnen einen Überblick darüber, welche fachlichen Kompetenzen und Erfahrungen Sie von ihnen erwartet. Dieser Abschnitt ist deshalb so wichtig, weil potenzielle BewerberInnen ihre Fähigkeiten und Erfahrungen mit den Anforderungen vergleichen und bewerten müssen. Oftmals wird hier die Entscheidung für oder gegen eine Bewerbung getroffen.

Ein Beispieltext:

  • „Wir suchen einen erfahrene(n) SoftwareentwicklerIn mit fundierten Kenntnissen in Java und Erfahrung in der Entwicklung von Softwarelösungen. Sie sollten über ein abgeschlossenes Studium im Bereich Informatik oder eine vergleichbare Qualifikation verfügen. Zudem bringen Sie fundierte Kenntnisse in Java und Erfahrung in der Entwicklung von Softwarelösungen mit. Erfahrungen in agilen Entwicklungsmethoden und Kenntnisse in Datenbanken und Webtechnologien sind von Vorteil. Wir erwarten von Ihnen eine hohe Eigenmotivation, eine ausgeprägte Teamfähigkeit und die Fähigkeit, sich schnell in neue Technologien einzuarbeiten.“

Tipp: Befragen Sie die Abteilung, die Sie mit der MitarbeiteInnenrsuche beauftragt hat und bringen Sie in Erfahrung, welche Anforderungen von zentraler Bedeutung sind. Achten Sie darauf, dass Sie die Anforderungen nicht zu hoch ansetzen. Dies kann abschrecken. Zu niedrige Anforderungen können zudem auch wenig anspruchsvoll und unattraktiv wirken. Finden Sie die goldene Mitte und bitten Sie Ihre KollegInnen vor dem Livegang Ihrer Stellenenzeige um ein ehrliches Feedback.

Jobdetails und Vorteile: Was wir Ihnen bieten

Nach den Anforderungen folgt die Nennung der Jobdetaills und den Vorteilen, die Sie als Unternehmen den zukünftigen Mitarbeitenden bieten können. Dieser Abschnitt gibt potenziellen BewerberInnen einen Einblick in die Arbeitsbedingungen, der Vergütung und den zusätzlichen Leistungen. Stimmen Sie die Benefits unbedingt auf die Zielgruppe ab.

Ein Beispiel könnte folgendermaßen aussehen:

  • „Als Java-SoftwareentwicklerIn erwartet Sie bei uns eine abwechslungsreiche Tätigkeit in einem motivierten Team. Sie arbeiten an spannenden Projekten im Bereich der Java-Entwicklung und haben die Möglichkeit, Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse ständig zu erweitern. Wir bieten Ihnen eine überdurchschnittliche Vergütung sowie eine betriebliche Altersvorsorge. Unsere flexiblen Arbeitszeiten ermöglichen Ihnen eine ausgewogene Work-Life-Balance. Zudem fördern wir die Weiterbildung unserer Mitarbeitenden über Fortbildungsbudgets und unterstützen umfangreich bei der Verwirklichung von Karriereziele.“

Tipp: Verzichten Sie hier auf die Nennung von Obstkörben, kostenfreien Getränken, dem Kicker oder pünktlicher Lohnzahlung. Mit der Nennung solcher Benefits machen Sie sich schnell lächerlich.

Aufforderung zum Handeln: Jetzt bewerben

Der letzte Abschnitt einer Stellenanzeige beinhaltet die Aufforderung zum Handeln. Hier werden die potenziellen BewerberInnen dazu aufgefordert, sich um die Stelle zu bewerben. Geben Sie unbedingt an, welche Unterlagen Sie erwarten und wer der Ansprechpartner (inkl. Kontaktdaten) ist. Stellen Sie sicher, dass die Person auch während der nächsten Zeit zur Verfügung steht.

Ein Beispiel für den letzten Abschnitt könnte folgendermaßen aussehen:

  • „Sie sind interessiert an dieser spannenden Stelle als SoftwareentwicklerIn? Dann bewerben Sie sich jetzt und senden Sie uns Ihre Bewerbungsunterlagen inklusive Lebenslauf und Zeugnissen per E-Mail an [E-Mail-Adresse des Unternehmens]. Wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören!

Tipp: Um es den BewerberInnen so einfach wie möglich zu machen, fordern sie im ersten Schritt ein minimum an Unterlagen ein. Für den ersten Eindruck reicht oftmals bereits ein Link zum Linkedinprofil bzw. ein Lebenslauf. Außerdem verzichten immer mehr Unternehmen auf das Anschreiben und Zeugnisse.

Weitere Informationen zu Stellenanzeigen

Die Länge Ihre Stellenanzeige

Eine Stellenanzeige sollte nicht zu lang sein, um die Aufmerksamkeit der Leser nicht zu verlieren. Eine Länge von etwa 300-500 Wörtern ist ideal. Eine zu lange Stellenanzeige kann potenzielle BewerberInnen abschrecken, da sie denken, dass die Arbeit zu anspruchsvoll oder die Anforderungen zu hoch sind. Eine kurze und prägnante Stellenanzeige hingegen lädt zum Lesen ein.

Gendern

Achten Sie bei der Erstellung von Stellenanzeigen auf korrektes Gendern. Es ist mittlerweile üblich, Stellen sowohl als männlich, weiblich oder divers auszuschreiben. Letztendlich hängt die Entscheidung darüber, ob und wie Sie gendern, von den Präferenzen Ihres Unternehmens ab.

Gehaltsangaben

Das Gehalt ist ein weiteres wichtiges Element einer Stellenanzeige. Die Gehaltsangabe gibt Aufschluss darüber, welches Einkommen man als BewerberIn erwarten kann, wenn man die Stelle erhält. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass das Gehalt oft nicht feststeht und es möglicherweise Verhandlungsspielraum gibt. In der Regel wird das Gehalt in einer Stellenanzeige als Jahresgehalt oder Monatsgehalt angegeben, manchmal wird auch der Stundenlohn angegeben. Das Gehalt kann auch Angaben zu zusätzlichen Leistungen wie Bonuszahlungen, Aktienoptionen oder zusätzlichen Urlaubstagen enthalten. Es ist wichtig, dass BewerberInnen realistisch über ihre Erwartungen im Bezug auf das Gehalt informiert sind. So vermeiden Sie Enttäuschungen und können eine erfolgreiche Verhandlung zu führen.

Tipp: Durch Gehaltsangaben sparen Sie Zeit und selektieren BewerberInnen vorab aus, die das Gehalt nicht anspricht. So werden nur Bewerbungen von Personen erhalten, die sich in der von Ihnen angegebenen Gehaltsspanne sehen. Zudem fällt ihre Anzeige durch Transparenz positiv auf und hebt sich hervor. Schrecken Sie also nicht vor Gehaltsangaben zurück.

Gehaltsangaben verschaffen Ihnen mitunter Wettbewerbsvorteile. Wir auf IT-Talents.de stellen fest, dass Stellenanzeigen mit Gehaltsangaben häufiger, als Anzeigen ohne geklickt werden. Attraktive Gehälter können außerdem passive Kandidaten dazu motivieren, zu aktiven zu werden!

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Google for Jobs

Um Ihre Stellenanzeigen für Google for Jobs erfolgreich zu optimieren, sollten Sie darauf achten, dass diese im richtigen Format (JSON-LD-Format) vorliegen. Verwenden Sie Google’s Schema-Markups, wie z.B. das JobPosting-Schema, um sicherzustellen, dass Google alle relevanten Informationen erfassen kann. Benutzen Sie eindeutige und aussagekräftige Titel und Beschreibungen für Ihre Stellenanzeigen. So stellen Sie sicher, dass diese von Google richtig erkannt werden. Auch sollten Sie alle relevanten Informationen wie Arbeitszeiten, Anforderungen und Ansprechpartner in der Anzeige angeben.

Grafiken und Videos

Der Hauptbestandteil der Stellenanzeige ist der Text. Smart platzierte Bilder können jedoch auflockernd wirken. So z.B. ein Header. Auch ein Video-Testimonial über Ihr Unternehmen oder die Stimme eines Mitarbeitenden kann Vertrauen aufbauen und ihre Attraktivität fördern. Vergessen Sie nicht ihr Logo, welches Sie in der Regel rechts oben oder links oben im/neben dem Header platzieren.

Standort und Auffindbarkeit

Der Standort spielt eine große Rolle für die Auffindbarkeit Ihrer Stellenanzeige in Stellenbörsen. Potenzielle KandidatInnen benötigen zudem eine Angabe darüber, wo sich das Unternehmen bzw. die Arbeitsstätte befindet und ob der Job im Home-Office erledigt werden kann. Sofern es sich um eine Full-Remote-Position handelt, geben Sie dies unbedingt an, da es viele Menschen gibt, die speziell danach suchen.

Fazit

Eine gewissenhaft gestaltete Stellenanzeige ist wichtig, um die Aufmerksamkeit der passenden BewerberInnen auf Ihre Vakanzen zu ziehen und diese zur Bewerbung zu motivieren.


Der Artikel wurde zuletzt am 4. April 2023 durch die IT-Talents-Redaktion aktualisiert.

Christoph war von Oktober 2017 bis August 2023 für IT-Talents.de tätig und beschäftigte sich mit den Themen: Employer Branding, Personalmarketing und IT-Recruiting. Bei IT-Talents war er für den Bereich Key Account Management und Business Development verantwortlich.

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