Employer Branding: Definition, Ziele, Methoden, Beispiele in 2023

Lesezeit: 12 Minuten

In der heutigen Arbeitswelt reicht es nicht mehr aus, ein attraktives Gehalt und gute Arbeitsbedingungen zu bieten, um die top Talente gewinnen und halten zu k├Ânnen . Eine starke Arbeitgebermarke und Employer Branding ist heute ein wichtiger Faktor, um das Interesse potenzieller Bewerber zu wecken und bestehende Mitarbeiter weiterhin zu motivieren und von Wechselw├╝nschen „abzuhalten“.

In diesem Artikel werden wir uns eingehend mit der Defintion von Employer Branding, dem Konzept, den Zielen, Methoden, der Messbarkeit und Beispielen befassen. Gleichzeitig werden wir darlegen, wie erfolgreiches Employer Branding auch Ihnen dabei helfen kann, ihre Ziele im War for Talents zu erreichen. 

Definition Employer Branding

Beim Employer Branding (zu Deutsch: Arbeitgebermarkenbildung) handelt es sich um den Prozess der Bildung und Etablierung einer positiven und attraktiven Arbeitgebermarke (Employer Brand), mit dem Unternehmen ihr Profil als Arbeitgeber sch├Ąrfen. 

Dabei werden z.T. Ma├čnahmen aus dem klassischen Marketing eingesetzt und um spezielle Ma├čnahmen erweitert, um das Image als Arbeitgeber positiv zu beeinflussen.

Bei der Arbeitgebermarkenbildung l├Ąsst sich zwischen internem und externem Employer Branding unterscheiden. Internes Employer Branding bedeutet, dass das Unternehmen seine eigene Arbeitgebermarke nach innen tr├Ągt, indem es beispielsweise auf ein gutes Betriebsklima und gute Arbeitsbedingungen achtet oder Aus- und Weiterbildungsprogramme anbietet. Externes Employer Branding richtet sich nach au├čen und an potenzielle Bewerber sowie Kunden und soll das Image als Arbeitgeber positiv beeinflussen.

Geschichte

Eingef├╝hrt wurde der Begriff Employer Branding 1996, von Tim Ambler und Simon Barrow. Das Hauptproblem, welches Employer Branding bek├Ąmpft, ist der Kontrollverlust ├╝ber das eigene Image beim Arbeitnehmer. Mit der Verbreitung des Internets ist es zunehmend leichter geworden, anonym und ohne ernsthafte Konsequenzen bef├╝rchten zu m├╝ssen, die eigene, unter Umst├Ąnden oft falsche Meinung, kund zu tun.

Employer Branding in der digitalisierten Welt

Das Internet und neue Medien bieten zahlreiche M├Âglichkeiten, das Image des eigenen Unternehmens bei potentiellen Arbeitnehmern gezielt zu verbessern. Etablierte Plattformen wie Kununu und Xing bieten Arbeitgebern M├Âglichkeiten, sich Feedback von Ihren Mitarbeitern einzuholen und an ihrer Arbeitgebermarke zu arbeiten. 

Bei der Pr├Ąsentation des Unternehmens in der digitalen Welt geht es jedoch nicht darum, den potentiellen Kandidaten ein unrealistisches Bild oder gestelltes Image zu vermitteln. Im Wesentlichen sollen stattdessen das Alleinstellungsmerkmal und die einzigartige Kultur vermittelt werden.

Denn Employer Branding ist auch Teil einer konsequente Umsetzung der als positiv propagierten Aspekte. Nur so kann die Zufriedenheit aller Mitarbeiter gesteigert und das positive Image des Unternehmens durch Weiterempfehlung gest├Ąrkt werden.

So kann beispielsweise ein positives Arbeitgeberimage dazu f├╝hren, dass sich Arbeitnehmer f├╝r ein Unternehmen entscheiden, bei dem sie ein vergleichsweise geringeres Gehalt erhalten. Auch CSR (Corporate Social Responsibility) spielt bei der Arbeitgeberwahl f├╝r Jobsuchende eine immer st├Ąrkere Rolle. Vor allem bei Generation Z k├Ânnen Sie als Arbeitgeber mit Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung stark punkten.

Ziele von Employer Branding

Die Ziele von Employer Branding sind St├Ąrkung der Arbeitgebermarke, Gewinnung von neuen Mitarbeitern und die Bindung von aktuellen Mitarbeitern. Folgend gehen wir auf jeden einzelnen Punkt ein:

Bild: Ziele Employer Branding IT-Talents.de

St├Ąrkung der Arbeitgebermarke

Das wesentliche Ziel von Employer Branding ist es, das Profil des Unternehmens als Arbeitgeber zu sch├Ąrfen und vorteilhaft dar zu stellen. Meister des Employer Brandings sind z.B. Google oder Apple. 

So bietet beispielsweise Google Deutschland den Mitarbeitern eine vollst├Ąndige Lebenswelt und attraktive B├╝ror├Ąume, die zum Nachdenken anregen und das Wohlbefinden f├Ârdern. Es gibt eine riesige Vielzahl an Entwicklungsm├Âglichkeiten und M├Âglichkeiten zu Selbstverwirklichung. Nat├╝rlich haben die wenigsten Betriebe die finanziellen M├Âglichkeiten von Google, aber Ans├Ątze davon lassen sich mit jeden Budget realisieren.

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Gewinnung von Mitarbeitern

Um neue Fachkr├Ąfte einzustellen und am Arbeitsmarkt konkurrenzf├Ąhig zu bleiben bzw. zu werden, ist es notwendig, dass das eigene Unternehmen dem Mitarbeiter einen Mehrwert biete, sei es durch ein hohes Gehalt oder eine positive Atmosph├Ąre. So w├Ąre es beispielsweise m├Âglich, F├Ârderangebote f├╝r Mitarbeiter zur Verf├╝gung zu stellen, so dass sie sich beruflich weiterentwickeln und verwirklichen k├Ânnen.

Zudem ist es wichtig, sich fr├╝hzeitig mit dem Nachwuchs zu vernetzen und interessante Kandidaten direkt an das eigene Unternehmen zu binden. Ein regelm├Ą├čiger Austausch und Kontakt noch w├Ąhrend des Studiums / der Ausbildung ist hier unabdingbar. Schauen Sie sich hierzu am besten das Konzept der Talentpools an. So macht es Sinn, sich mit fr├╝hzeitig Nachwuchskr├Ąften zu vernetzen und aktiv am Arbeitsmarkt aufzutreten, ehe der „Nachwuchs“ selbst aktiv am Bewerbermarkt wird. Fangen Sie daher rechtzeitig mit dem Aufbau Ihres eigenen Talentpools an!

Machen Sie bereits unter Nachwuchskr├Ąften mit einer attraktiven Arbeitgebermarke auf sich aufmerksam!

Da die Vereinbarkeit von Privatleben und Job oftmals einen hohen Stellenwert bei Kandidaten hat, ist es sinnvoll, Ma├čnahmen zur „Work-Life-Balance“ wie Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten gezielt zu bewerben. Wie eingehend erw├Ąhnt, wird CSR (Corporate Social Responsibility) eine immer gr├Â├čere Rolle bei der Arbeitgeberwahl spielen. Arbeitgeber, die keine gesellschaftliche Verantwortung ├╝bernehmen, werden in der Zukunft einen klaren Wettbewerbsnachteil haben.

Bindung von Mitarbeitern

Um aktuelle Mitarbeiter zu halten, gilt es, ihnen die Arbeit so angenehm wie m├Âglich zu gestalten. Eine repr├Ąsentative Umfrage der Stack-Overflow Entwickler Studie hat ergeben, dass 73% aller Mitarbeiter zufrieden sind. Das klingt zun├Ąchst gut, doch zw├Âlf Prozent geben an, aktiv auf Arbeitssuche zu sein und ganze 61% der Befragten sind offen f├╝r neue berufliche Herausforderungen.

├ťber die H├Ąlfte aller IT Fachkr├Ąfte w├Ąre also dazu bereit, bei einem lukrativen Angebot weiterzuziehen. Eine erschreckende Vorstellung f├╝r die meisten Arbeitgeber. Es wird also allerh├Âchste Zeit, dem mit gezielten Employer Branding Ma├čnahmen vorzubeugen und die Arbeitgebermarke zu verbessern.

Wie kann Employer Branding umgesetzt werden?

Analyse von Status Quo

Um eine erfolgreiche Arbeitgebermarke aufzubauen, m├╝ssen Sie zun├Ąchst verstehen, wie sie aktuell wahrgenommen werden. Dazu k├Ânnen verschiedene Methoden wie Mitarbeiterbefragungen, Social-Media-Analysen oder externe Bewertungsplattformen wie Xing und Kanunu genutzt werden.

Definition der Unternehmenskultur und -werte

Eine starke Arbeitgebermarke sollte auf einer klaren Definition der Unternehmenskultur und -werte basieren. Sie m├╝ssen sich fragen, welche Werte ihnen wichtig sind und welche Unternehmenskultur Sie pflegen m├Âchten. Wichtig ist dabei, dass die definierten Werte und die Unternehmenskultur nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auch tats├Ąchlich gelebt werden. Eine authentische Darstellung und Umsetzung der Unternehmenskultur und -werte ist essentiell f├╝r ein erfolgreiches Employer Branding.

Vermeiden Sie Papierkultur, sonst drohen Sie sich l├Ącherlich zu machen!

Entwicklung einer Employer-Branding-Strategie

Aufbauend auf der Analyse und Definition der Unternehmenskultur und den Werten kann nun eine Employer Branding Strategie entwickelt werden. Hier sollten Ma├čnahmen festgelegt werden, die das Unternehmensimage verbessern und das Interesse potenzieller Bewerber wecken. 

Dazu geh├Âren beispielsweise die Gestaltung der Karriereseite, die Erstellung von Inhalten f├╝r Social-Media-Kan├Ąle oder die Teilnahme an Arbeitgeberrankings und -bewertungen. Eine Vielzahl an Tipps und Ma├čnahmen folgen weiter unten im Beitrag.

Implementierung der Strategie

Die durchgef├╝hrten Ma├čnahmen sollten regelm├Ą├čig ├╝berpr├╝ft und angepasst werden, um sicherzustellen, dass sie wirksam sind und die gew├╝nschten Ergebnisse erzielen. Wie Employer Branding gemessen werden kann, folgt weiter auch weiter unten im Beitrag.

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8 Tipps und Ma├čnahmen f├╝r Ihr Employer Branding

Folgend finden Sie acht Tipps uns Ma├čnahmen, mit denen Sie ihre Arbeitgebermarke st├Ąrken, neue Mitarbeiter f├╝r ihr Unternehmen begeistern und gleichzeitig die Bindung zu ihren aktuellen Mitarbeitern st├Ąrken k├Ânnen.

Tipps f├╝r Employer Branding

Employee Advocacy f├Ârdern

Employer Branding beginnt immer bei Ihren derzeitigen Mitarbeitern. Nach der Strategie des Employee Advocacy sind diese im Idealfall Ihre besten Botschafter. Ihnen das richtige Umfeld f├╝r beruflichen Erfolg zu bieten, ist f├╝r den Aufbau einer starken Arbeitgebermarke von entscheidender Bedeutung. 

Teilen Sie die Ansichten und Meinungen aktueller Mitarbeiter zu Ihrem Unternehmen mithilfe von Videos oder Zitaten und posten Sie sie auf Ihrer Website und in sozialen Medien. Diese authentischen Meinungen zeigen zuk├╝nftigen Kandidaten, dass Sie als Arbeitgeber der richtige Ort sind, um Karriere zu machen, und motiviert sie, sich auf m├Âgliche offene Stellen zu bewerben. 

Employee Advocacy erg├Ąnzt zudem die Active Sourcing Methoden von Unternehmen durch eine positive Wahrnehmung in der ├ľffentlichkeit.

Karrierechancen aufzeigen

Die Talente von heute erwarten die M├Âglichkeit, sich beruflich weiterzuentwickeln, neue F├Ąhigkeiten zu erlernen und bestehende F├Ąhigkeiten zu verfeinern. Sie sollten darauf vorbereitet sein, diese Erwartungen zu erf├╝llen. Um den Appetit auf Karriere und Lernen zu stillen, sollten Sie die sich st├Ąndig weiterentwickelnde Weiterbildungs-Landschaft nutzen, da sie den Mitarbeitern die M├Âglichkeit bietet, in ihrer eigenen Zeit zu lernen und zu wachsen. Initiativen, die ├╝bertragbare Qualifikationen und damit M├Âglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung bieten, wie z. Bsp.  professionelle Zertifizierungen, erh├Âhen die Arbeitgeberattraktivit├Ąt und dessen Angebote.

Eine positive Candidate Experience schaffen

Eine gute Erfahrung von Bewerbern mit Ihrem Unternehmen sowie eine positive Candidate Experience, f├╝hrt zu Empfehlungen und st├Ąrkt die Arbeitgebermarke. Deshalb darf dies bei den Ma├čnahmen im Employer Branding nicht fehlen! Denn selbst wenn sie keine Mitarbeiter sind oder werden sollten, k├Ânnen sie sich dennoch eine Meinung ├╝ber eine Organisation oder einen Arbeitgeber bilden und diese mit Freunden und Kollegen teilen.  Sie sollten sich deshalb folgende Fragen stellen: 

  • Ist der Bewerbungsprozess unkompliziert, im Idealfalls sogar spannend, unterhaltsam?
  • Erhalten Bewerber zeitnahe R├╝ckmeldung und n├╝tzliches Feedback?
  • Wie innovativ und professionell sind alle Ebenen des Bewerbungsprozesses gestaltet?
  • Nutzen wir zeitgem├Ą├če Active Sourcing Methoden?

Achten Sie penibel darauf, jedem Bewerber eine R├╝ckmeldung zu geben. Niemand mag es geghostet zu werden!

Eine offene Feedbackkultur leben!

Sie k├Ânnen nicht steuern, was die Leute online ├╝ber Ihr Unternehmen sagen, aber Sie k├Ânnen steuern, wie Sie auf die genannte Kritik reagieren. Zudem k├Ânnen Sie mit Ma├čnahmen selbst daf├╝r Sorge tragen, dass das Feedback positiv ausf├Ąllt. Nutzen Sie in jedem Fall das Feedback, das Sie intern sowie extern erhalten, um Ihre Arbeitgebermarke zu st├Ąrken.

Dabei kann sogar harsche Kritik hilfreich sein. Wenn zum Beispiel fr├╝here Kandidaten negative Erfahrungen ├╝ber den Social-Recruiting-Prozess teilen, sollten Sie Ihre Personaler in Active Sourcing Methoden schulen.  Auch wenn Feedback hart und/oder unh├Âflich sein kann, legen Sie Wert darauf, auf negative Bewertungen und Kommentare mit Respekt und Einf├╝hlungsverm├Âgen zu antworten. Nat├╝rlich sollte die Feedbackkultur auch nternehmensintern gef├Ârdert werden. Nur wenn Schw├Ąchen offen und angstfrei angesprochen werden, k├Ânnen Sie erkannt und ausgemerzt werden.

Gemeinn├╝tzigkeit leben und kommunizieren

Soziale Projekte, die sich gut mit Ihrer Arbeitgebermarke in Verbindung bringen lassen, sind hervorragende Mittel f├╝r erfolgreiches Employer Branding. Finden Sie solche Projekte und engagieren Sie sich durch Spenden oder Volunteering-Ma├čnahmen. Ist ihnen der lokale Bezug wichtig, w├Ąhlen Sie ein Projekt innerhalb Ihrer Stadt oder Kommune.

Sehen Sie sich als Vorreiter f├╝r nachhaltiges Wirtschaften, beteiligen Sie sich an Projekten mit Bezug zur nachhaltigen Nutzung von Ressourcen oder zum Umweltschutz. Auf diese Weise erzeugen Sie ein Wir-Gef├╝hl, festigen den Teamgeist und machen sich f├╝r aktuelle und zuk├╝nftige Kandidaten greifbar, fast menschlich.  Die gelebte Gemeinn├╝tzigkeit erg├Ąnzt das Employer Branding des Unternehmens durch positive ├Âffentliche Wahrnehmung.

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Ihren Mitarbeiter Vorteile bieten

Mitarbeiterbenefits tragen dazu bei, Mitarbeiter anzuziehen, zu motivieren und zu binden. Dabei m├╝ssen sie nicht so teuer oder extravagant sein wie etwa Googles unglaublicher Campus und zahlen auf Ihre Arbeitgebermarke ein. Fragen Sie sie einfach, welche Benefits Ihre Mitarbeiter gerne h├Ątten und schauen Sie sich bei Ihren Marktbegleitern um. 

Ist das Gras in Nachbars Garten ist immer gr├╝ner? Welche Benefits bieten Ihre Marktbegleiter an?

Ideen k├Ânnten Gesundheitsmanagement, digitaler Essenszuschuss, ein Mobilit├Ątsbudget, flexible Arbeitszeiten, Gewinnbeteiligungen, Zuschuss bei den Betreuungskosten der Kinder (manche unternehmen bieten sogar eigene Kitas an!), Jobrad, Corporate Benefits, Jobticket oder ein Sport- und Fitnessangebote sein. 

Kommunizieren Sie die wichtigsten Benefits unbedingt in Ihre Stellenanzeigen. Gleichzeitig sollte die Kommunikation dieser Benefits in auch in alle Active Sourcing Methoden eingeflochten werden.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie bieten

Dieser Punkt ist f├╝r viele Menschen ein bedeutendes Argument. Denn gerade heute ist die Arbeitswelt stressiger denn je. Eine gute Work-Life-Balance bietet nicht nur f├╝r Arbeitnehmer und Arbeitgeber einen enormen Mehrwert, sondern wirkt sich auf auf die Employer Brand und die Attraktivit├Ąt aus.

Gelebte Work-Life-Balance kann beispielsweise als interne Employer-Branding-Ma├čnahme die Vertretungsoptionen bei Elternzeit und die problemlose Wiederaufnahme der Position nach Elternzeit beinhalten. Ein Betriebskindergarten ist vor allem f├╝r gr├Â├čere Unternehmen ebenfalls eine naheliegende Option.

Employer Branding Profis ├╝berlassen

Erfolgreiches Employer Branding gro├čer Unternehmen kann nur selten erfolgreich allein von den internen allein Personalabteilungen implementiert werden, sondern setzt zunehmend praktische Erfahrung in den Bereichen Personal-(Marketing) und/oder Consulting voraus. 

Dar├╝ber hinaus m├╝ssen die f├╝r das Employer Branding zust├Ąndigen Personen oft auch Social Media Fachleute sein oder ├╝ber Erfahrung im Event Management verf├╝gen.

Durch den Einsatz von Employer Branding Experten kann sichergestellt werden, dass die Arbeitgebermarke strategisch aufgebaut und effektiv kommuniziert wird. Dies kann langfristig dazu beitragen, die Qualit├Ąt und Quantit├Ąt der Bewerbungen zu erh├Âhen, die Mitarbeiterbindung zu verbessern und das Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren.

Wie kann die Wirksamkeit von Employer Branding gemessen werden?

Die Wirksamkeit von Employer Branding kann auf verschiedene Weise gemessen werden:

  • Mehr Bewerbungen
    Eine M├Âglichkeit ist die Anzahl und Qualit├Ąt der Bewerbungen. Steigen diese w├Ąhrend oder nach der Implementierung der Ma├čnahmen, ist dies ein starker Indikator.
  • Geringere Fluktuation
    Auch die Mitarbeiterzufriedenheit und die Mitarbeiterbindung k├Ânnen auf ein erfolgreiches Employer Branding hindeuten. Denn wenn Mitarbeiter stolz darauf sind, f├╝r das Unternehmen zu arbeiten, sind sie tendenziell zufriedener und bleiben l├Ąnger im Unternehmen. 
  • Engagement in Sozialen Netzwerken
    Ein weiterer Indikator ist das Engagement und die Interaktion in Social-Media-Kan├Ąlen. Wird das Unternehmen in den sozialen Medien positiv wahrgenommen, sind die Follower aktiv und engagiert.

Wie kann Employer Branding verbessert werden?

Beim Employer Branding handelt es sich um einen kontinuierlichen Prozess, bei dem aktiv mit Ma├čnahmen gegen steigende Fluktuation, eine zu geringe Anzahl an qualitativer Bewerbungen und Mitarbeiterunzufriedenheit gegengesteuert wird. Lassen Sie es als Arbeitgeber also nicht erst so weit kommen.  Folgend einige Punkte, an denen Sie fortlaufend arbeiten sollten:

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  1. Analyse und Feedback
    Regelm├Ą├čiges Monitoring des Feedbacks von Mitarbeitern, Bewerbern und externen Plattformen, um zu verstehen, welche Aspekte der Arbeitgebermarke noch verbessert werden k├Ânnen.
  2. Verbesserung der Arbeitskultur
    Eine positive Arbeitskultur wirkt sich nachhaltig auf die Arbeitgebermarke aus. Sie sollten daher darauf achten, eine Kultur zu schaffen, die Mitarbeiter unterst├╝tzt, motiviert und engagiert.
  3. Contentcreation & Einblicke gew├Ąhren
    Sie sollten regelm├Ą├čig relevante und ansprechende Inhalte f├╝r ihre Social-Media-Kan├Ąle und Karriereseiten erstellen, um das Interesse potenzieller Bewerber zu wecken und das Image des Unternehmens zu verbessern.

Beispiele f├╝r kreative und erfolgreiche Employer-Branding-Kampagnen

Im folgenden sehen Sie Beispiele f├╝r interessante Employer-Branding-Kampagnen. Dabei gehen wir insbesondere auf Arbeitgeber ein, die nach IT-Talenten suchen. 

The Code Behind Beauty von Douglas

Douglas The Code Behind Beauty
Douglas The Code Behind Beauty - Definition
Douglas The Code Behind Beauty Testimonial Luise Wilke

Die Employer Branding Kampagne „The Code Behind Beauty“ von Douglas zielt darauf ab, digitale Talente f├╝r Jobs in den Bereichen Daten, Softwareentwicklung und ├Ąhnlichen Bereichen zu gewinnen.

Dazu hat Douglas eine neue Karriereseite erstellt und gezielt Github und Reddit bespielt. Auch wurden Mitarbeiter als Multiplikatoren auf Messen und Events eingesetzt und es erfolge die Einstellung einer eigenen Tech-Recruiterin f├╝r diese Zielgruppe. Douglas stellte in seiner Strategie Bewerber in den Mittelpunkt und f├╝hrte verk├╝rzte Bewerbungsprozesse sowie einen vollst├Ąndig digitalen Bewerbungsprozess ein. Anonymisierte Bewerberdaten sollen dabei eine unvoreingenommene Bewertung erm├Âglichen. Das Unternehmen nutzte interne Ressourcen und arbeitete mit anderen Fachabteilungen zusammen, um die Kampagne umzusetzen, so Marvin K├╝hl, Teamleiter Talentgewinnung und Employer-Branding im Interview mit lebensmittelzeitung.net vom 03.03.2023.

„Like a Bosch“ Kampagne von Robert Bosch

Work #LikeABosch Feel true cariosity
Work #LikeABosch Love what you code.

Die aktuelle Kampagne „Work #LikeABosch“ von Robert Bosch ist ein weiteres positives Beispiel f├╝r Employer Branding, da sie gezielt junge IT- und Software-Talente f├╝r das Unternehmen gewinnt und Bosch als attraktiven Arbeitgeber positioniert. Durch die Fokussierung auf das Bosch-Versprechen „at Bosch you can grow, enjoy & inspire“ und den Einsatz unterschiedlicher Visuals auf verschiedenen Kan├Ąlen wie Xing, Twitter, Instagram und LinkedIn wird die Botschaft der Kampagne klar und einheitlich kommuniziert.

Die Kampagne wurde von Jung von Matt entwickelt und besteht aus acht Key Visuals, die an die jeweiligen Kan├Ąle angepasst wurden. Neben den Motiven sind auch einige Videoausschnitte Teil der Kampagne. Besonders positiv hervorzuheben ist, dass die Kampagne auf verschiedenen Touchpoints wie den Bosch Social Media Kan├Ąlen, den Bosch Websites sowie auf Messen und Events eingesetzt wird, um eine breite Zielgruppe zu erreichen.

Die Stimmung der Kampagne ist locker und selbstbewusst, was dazu beitr├Ągt, dass sie bei den jungen Talenten gut ankommt. Die Positionierung als Hightech-Player und die B├╝ndelung der Software- und Elektronikkompetenz im Gesch├Ąftsbereich Cross-Domain Computing Solutions (XC) zeigen, dass Bosch ein innovatives Unternehmen ist und zukunftsweisende Projekte verfolgt. Der positive Einfluss auf ihre Arbeitgebermarke ist dabei gewiss!

ITZ Bund

ITZ Bund Am Rand der Egalit├Ąt

Die Employer-Branding-Kampagne des ITZ Bund, entwickelt von der Berliner Kreativagentur Ressourcenmangel, ist ein weiteres kreatives Beispiel f├╝r eine Zielgruppengerechte Ansprache und Positionierung als attraktiver Arbeitgeber.

Die Kampagne nutzt Salvador Dal├şs ber├╝hmtes Gem├Ąlde „Die Best├Ąndigkeit des Ged├Ąchtnisses“ als visuelles Motiv, um auf die aktuelle Situation aufmerksam zu machen: ITZ sucht h├Ąnderingend nach IT-Expertinnen und -Experten und hofft gelangweilte Talente mit spannenden Projekten zu locken

Neben dem bekannten Uhrenmotiv umfasst die Kampagne weitere animierte Motive mit aufmerksamkeitsstarken Headlines. Krative Fragen sprechen die potenzielle Bewerberinnen und Bewerber direkt an und machen auf die Vorteile des ITZ Bund als Arbeitgeber aufmerksam.

ITZ Bund Hamsterrad
ITZ Bund Ausgepresst

Die Kampagne wird nicht nur online in Form von Mobile & Display Ads, Digital TV und Social Media Assets geschaltet, sondern auch auf Gro├čfl├Ąchen, Ganzs├Ąulen und DOOH-Screens sowie als Stra├čenbahnbeklebung im Stra├čenbild deutscher Gro├čst├Ądte. So wird eine hohe Reichweite erzielt und die Kampagne der breiten ├ľffentlichkeit pr├Ąsentiert.

Employer Branding ├╝ber Video-Kampagne von Volvo

Im Rahmen der Volvo-Kampagne von 2016 wird ein Video eingesetzt, das verschiedene Aspekte des Unternehmens auf emotionale Weise kommuniziert. Das Video zeigt moderne Arbeitspl├Ątze, Fabriken und Mitarbeiter des Automobilkonzerns, um eine positive Arbeitsatmosph├Ąre und kollegiale Zusammenarbeit zu vermitteln. Besonderes Augenmerk wird auf die Internationalit├Ąt gelegt: Dabei wird im Video betont, dass Menschen aus aller Welt gemeinsam an den Produkten arbeiten und die kulturelle Vielfalt f├╝r Volvo von gro├čer Bedeutung ist.

Fazit

Um bestehende Mitarbeiter zu halten und die besten Fachkr├Ąfte zu gewinnen, ist Employer Branding heute unverzichtbar geworden.

Durch gezielte Ma├čnahmen wie der Schaffung einer attraktiven Arbeitgebermarke und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, kann Employer Branding langfristig zu einer h├Âheren Mitarbeiterzufriedenheit, einer h├Âheren Mitarbeitermotivation und einem besseren Image f├╝hren.

Um langfristig im War for Talents am Arbeitsmarkt konkurrenzf├Ąhig zu bleiben, f├╝hrt kein Weg an Employer Branding vorbei.


Der Artikel wurde zuletzt am 27. M├Ąrz 2023 durch die IT-Talents-Redaktion aktualisiert.

Ich bin seit 2017 f├╝r IT-Talents.de t├Ątig und besch├Ąftige mich mit den Themen: Employer Branding, Personalmarketing und IT-Recruiting. Bei IT-Talents bin ich f├╝r den Bereich Key Account Management und Business Development verantwortlich.
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